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Konzertante Lesungen mit Michael Stoeber und Benedikta Bonitz.

 

Michael Stoeber lebt als freier Autor in Hannover. Er hat Philosophie, Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Göttingen, Nizza und New York studiert, später Linguistik in Hannover. Er war als Radioautor tätig und für die Berliner Tageszeitung ( taz ). Heute schreibt er regelmäßig für das „Kunstforum“ International, die „artist“ und die HAZ. Er ist Verfasser von Katalogtexten, Büchern und Buchbeiträgen zur zeitgenössischen Kunst. Außerdem liest er seit vielen Jahren öffentlich literarische und philosophische Texte. Allein und zusammen mit dem Schauspieler und Regisseur Andreas Schulz und der Konzertmusikerin Benedikta Bonitz.

Michael Stoeber mistoe.@aol.com

 

 

"Kafka“

 

Konzertante Lesung am 13.10 .2016 um 19 Uhr im Salon Salder

Kein Schriftsteller des 20.Jahrhunderts war so wie er ein Kenner des Bodenlosen und Abgründigen der menschlichen Existenz. Seine Romane und Erzählungen berichten von sozialer Kälte und Ausgrenzung, Entfremdung und Ich–Zerfall.

Man weiß von Franz Kafka, dass er es liebte, seine grotesken und absurden Geschichten vorzulesen, und zuweilen laut dabei lachte. Das erinnert an einen Gedanken von Samuel Beckett, seinen Bruder im Geiste, der befand, nichts sei komischer als das Unglück.

Michael Stoeber, Kulturjournalist aus Hannover, liest großartige, wenig bekannte Erzählungen von Franz Kafka. Sein Vortrag wird kontrapunktiert durch das exzellente Spiel klassischer und zeitgenössischer Kompositionen der renommierten

Blockflötistin Benedikta Bonitz.


M.S.

 

 

PRESSE – TEXT - SHORT - STORIES


Konzertante Lesung

Thema der Veranstaltung sind zeitgenössische amerikanische Kurzgeschichten. Gelesen von Michael Stoeber, die zusammen mit Kompositionen der Renaissance und des Barocks, gespielt auf verschiedenen Soloblockflöten von Benedikta Bonitz, zur Gehör gebracht werden.

 

Die Autoren der Geschichten sind in chronologischer Reihenfolge Carson McCullers, John Cheever und John Updike. Sie gehören zu den Klassikern dieses Genres und wirken bis heute stilbildend für junge Autoren. So wurde McCullers von Tennessee Williams und Truman Capote bewundert. John Cheever wurde von John Updike auf eine Stufe mit William Faulkner gestellt und wird von so eminenten Autoren wie Jonathan Franzen und T.C. Boyle verehrt. Und der Einfluss von John Updike als Autor ist sowieso ubiquitär.

Nicht anders geht es mit den Komponisten aus Renaissance und Barock, deren Stücke Benedikta Bonitz ausgesucht hat, um die von Michael Stoeber ausgewählten Kurzgeschichten, musikalisch gesprochen, zu „ Kontrapunktieren“. Ob Johann Joachim Quantz, der großartige Komponist und Flötenlehrer Friedrich des Großen, ob der Niederländer Jacob van Eyck oder Georg Philipp Telemann und weitere, sie alle gehören zu den großen Meistern der europäischen Musik.

Wie stark mit Beginn der Renaissance in ihren Kompositionen menschlicher Affekte in musikalischen Figuren ausgedrückt werden, wird im Widerhall mit der Literatur unserer Zeit besonders deutlich. Ähnlich den Autoren, die in ihren Geschichten in eindringlicher Weise menschliche Schicksale darstellen, in denen wir uns zu spiegeln vermögen, gelingt es auch der Musik, der abstraktesten aller Künste, dass wir uns in ihr in Glück wie in Leid wieder finden und erkennen können.

M.S.